Wer schon einmal Geld von Euro in Schweizer Franken oder zurück getauscht hat, kennt das Gefühl: Der eine Kurs steht auf dem Handy-Display, ein anderer an der Bankfiliale, und irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. Tatsächlich unterscheiden sich die Angaben je nach Anbieter um mehrere Prozent – und genau da liegt das Sparpotenzial.

Aktueller EUR/CHF-Kurs (Beispiel): 0,96–0,98 CHF pro 1 EUR ·
100 Euro in Franken (Beispiel): 96–98 CHF ·
100 Franken in Euro (Beispiel): 102–104 EUR ·
Hoch seit 2024: 1,0981 CHF ·
Tief seit 2024: 1,0888 CHF

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob der Kurs kurzfristig unter 0,95 CHF pro EUR fällt – abhängig von der EZB-Zinspolitik
  • Wie sich der Kurs bis Ende 2025 entwickelt – keine verlässliche Prognose verfügbar
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Kurzfristig pendelt der Kurs zwischen 0,94 und 1,00 CHF – abhängig von den Zinsentscheidungen der EZB und SNB

Die zentralen Werte auf einen Blick:

Fünf zentrale Fakten zum Wechselkurs auf einen Blick
Merkmal Wert
Aktueller Kurs (Beispiel) 1 EUR = 0,97 CHF (Stand: 01.03.2025, Wise (FinTech-Umrechner))
30-Tage-Hoch 1,0981 CHF (Xe (Währungsdatenanbieter))
30-Tage-Tief 1,0888 CHF (Wise (FinTech-Umrechner))
Tiefster je gemessener Kurs 1,01 CHF (2000) – seither meist unter 1,00
Offizielle Quelle Schweizerische Nationalbank (SNB)

Wie viel Franken kriegt man für 100 €?

Aktuelles Beispiel: 100 Euro in Franken umrechnen

Nehmen wir einen Mittelkurs von 1 EUR = 0,97 CHF – dann erhalten Sie für 100 Euro genau 97 Schweizer Franken. Doch Vorsicht: Das ist der reine Devisenmittelkurs, den Sie etwa bei Wise (FinTech-Umrechner) oder Revolut (digitaler Bankdienst) als Referenz sehen. Die tatsächliche Auszahlung an der Bankschalter oder am Geldautomaten weicht oft ab.

Warum die Kursangaben variieren (Ankauf / Verkauf)

Banken und Wechselstuben arbeiten mit zwei Kursen: dem Geldkurs (Ankauf, niedriger) und dem Briefkurs (Verkauf, höher). Die Differenz – der Spread – ist ihre Marge. Bei der PostFinance (Schweizer Bank) liegt der Spread für EUR/CHF meist zwischen 1 und 3 Prozent. Online-Wechsler wie Wise (FinTech-Umrechner) werben dagegen mit dem Mid-Market-Kurs und einer transparenten Gebühr.

Die Implikation: Für 100 Euro können bei verschiedenen Anbietern zwischen 94 und 97 CHF herauskommen – ein Unterschied von bis zu 3 Prozent.

Wie viel Euro sind 100 Franken?

100 CHF in EUR: Umrechnung mit aktuellem Kurs

Bei einem Kurs von 1 CHF = 1,09 EUR erhalten Sie für 100 Schweizer Franken rund 109 Euro. Das zeigt auch der Revolut (digitaler Bankdienst)-Rechner, der 100 CHF mit 108,76 EUR angibt – die kleine Abweichung liegt in der zeitlichen Differenz der Kursabfrage. finanzen.net (Börseninformationsdienst) notiert für denselben Betrag 109,05 EUR.

Unterschied zwischen Devisen- und Notenwechselkurs

Ein entscheidender Punkt: Der Devisenkurs gilt für elektronische Überweisungen. Wer dagegen Bargeld in der Filiale tauscht, bekommt den meist schlechteren Notenwechselkurs. Der PostFinance (Schweizer Bank)-Währungsrechner unterscheidet daher explizit zwischen Kursen für tägliche Zahlungen und solchen für Bargeldbestellungen.

Der Trade-off: Deutlich spürbar – bei 100 CHF können bargeldhungrige Reisende schnell 2 bis 3 Euro verlieren.

Ist der Euro aktuell stark oder schwach?

Entwicklung des EUR/CHF in den letzten 30 Tagen

Die 30-Tage-Spanne laut Wise reicht von 1,0888 bis 1,0981 CHF pro EUR – das ist eine Schwankungsbreite von knapp 0,85 Prozent. Der Euro notiert damit leicht unter der Parität, aber deutlich über den Tiefständen von 2024. Auf Jahressicht betrachtet pendelt der Kurs zwischen 0,94 und 1,00 CHF pro EUR.

Vergleich mit historischen Höchst- und Tiefstständen

Historisch gesehen ist der Euro heute schwach: Im Jahr 2000 kostete ein Euro noch über 1,60 CHF (Xe). Der tiefste jemals gemessene Kurs lag bei etwa 1,01 CHF – ebenfalls um das Jahr 2000. Seit 2011 pendelt der Kurs fast durchgehend unter 1,20 CHF. Die Aufhebung des SNB-Mindestkurses von 1,20 CHF im Januar 2015 führte zu einem massiven Franken-Anstieg.

Das Muster: Wer in den letzten 25 Jahren Euro in Franken tauschte, bekam immer weniger – ein langfristiger Trend, der bis heute anhält.

Die Pointe

Reisende bekommen heute für 100 Euro rund 40 Prozent weniger Franken als ihre Eltern im Jahr 2000 – die Kaufkraft des Euro gegenüber dem Schweizer Franken hat sich dramatisch verschlechtert.

Kurzum: Der Euro ist historisch schwach. Für größere Beträge lohnt der Anbietervergleich, da die Differenz bis zu 3 Prozent betragen kann.

Wie ist der Eurokurs heute zum Schweizer Franken?

Aktuelle Quellen für den EUR/CHF Kurs

Wer den genauen Kurs für heute sucht, hat mehrere verlässliche Anlaufstellen:

  • finanzen.net (Börseninformationsdienst) – zeigt Eröffnung, Tageshoch, Tagestief und Schlusskurs
  • Wise (FinTech-Umrechner) – mit transparentem Devisenmittelkurs und Gebührenanzeige
  • PostFinance (Schweizer Bank) – mit Unterscheidung zwischen Devisen- und Notenkurs
  • SIX (Börsenbetreiber Schweiz) – historische Kurse aus zuverlässiger Quelle

Kursvergleich: Anbieter wie PostFinance, finanz.ch und Wise

Ein genauer Blick lohnt: Während der finanzen.net-Kurs bei 1,0905 EUR pro CHF liegt, zeigt Revolut 1,06 EUR – ein Unterschied von fast 3 Prozent. Die Ursache: Revolut rechnet bereits einen impliziten Gebührenaufschlag ein, während die Mittelkurs-Anbieter den reinen Marktpreis zeigen. Die Schweizerische Nationalbank (Zentralbank der Schweiz) veröffentlicht täglich offizielle Devisenkurse, die als Benchmark dienen.

Die Praxis: Für genaue Umrechnungen immer den Mid-Market-Kurs nutzen – und dann die Gebühren des eigenen Anbieters abziehen.

Worauf zu achten ist

Revolut (digitaler Bankdienst) weist ausdrücklich darauf hin, dass der angezeigte Kurs bereits „zuzüglich etwaiger Gebühren“ gilt – das kann den tatsächlichen Gegenwert um bis zu 2 Prozent schmälern.

Ein tabellarischer Vergleich der drei Anbieter zeigt die Spanne:

Drei Anbieter, drei Kurse – ein Unterschied von bis zu 3 Prozent
Anbieter CHF/EUR Kurs (Beispiel) Für 100 CHF erhalten Sie (EUR) Besonderheit
finanzen.net 1,0905 109,05 Mid-Market ohne Gebühren
Wise 1,0840 108,40 Mid-Market + transparente Gebühr
Revolut 1,0600 106,00 Inklusive impliziter Gebühren

Der Vergleich zeigt, dass die Wahl des Anbieters den Gegenwert um bis zu 3 Prozent beeinflussen kann.

Umtausch: Wann lohnt es sich – und wann sollten Sie warten?

Die drei entscheidenden Faktoren

Ob Sie jetzt tauschen sollten, hängt von drei Fragen ab:

  • Wann brauchen Sie das Geld? Bei akutem Bedarf hilft Abwarten nichts – dann zählt der beste Anbieter, nicht der beste Zeitpunkt.
  • Wie groß ist der Betrag? Bei Summen unter 500 EUR/Woche machen Kursunterschiede kaum etwas aus. Ab 1000 EUR lohnt der Vergleich.
  • Welchen Spread zahlen Sie? Banken verlangen 2–3 % Spread, Online-Dienste wie Wise oft unter 1 %.

Ein verwandter Artikel hilft beim Vergleichen anderer Währungen: EUR/EGP Wechselkurs: Aktuelle Kurse & Bankvergleich.

Upsides und Downsides im Überblick

Vorteile

  • Kursvergleich zahlt sich ab 500 Wechselbetrag aus
  • Online-Wechsler bieten oft bessere Kurse als Filialbanken
  • Gebühren sind transparent – kein böses Erwachen

Nachteile

  • Spread der Banken frisst bis zu 3 % der Summe
  • Bargeldumtausch an Automaten meist teurer als Überweisung
  • Kurzfristige Kursschwankungen kaum vorhersagbar

Schritt für Schritt: So tauschen Sie günstig

Die optimale Strategie in vier Schritten

  1. Mid-Market-Kurs ermitteln – bei finanzen.net (Börseninformationsdienst) oder Xe den reinen Marktkurs ablesen.
  2. Anbieter vergleichen – PostFinance, Wise und Revolut nebeneinanderlegen. Der SIX (Börsenbetreiber Schweiz)-Rechner hilft bei der historischen Einordnung.
  3. Gebühren checken – Achtung: Manche Dienste werben mit Null-Gebühr, rechnen aber einen schlechteren Kurs. Revolut (digitaler Bankdienst) weist explizit darauf hin.
  4. Betrag aufteilen – Bei großen Summen den Umtausch auf mehrere Tage verteilen, um das Timing-Risiko zu minimieren.

Die Regel: Wer heute tauscht und den besten Online-Kurs wählt, spart gegenüber der Filialbank durchschnittlich 2 Prozent – bei 1000 Euro sind das 20 Euro.

Weitere Zinsvergleiche finden Sie in unserem Artikel Festhypothek 5 Jahre Raiffeisen: Zinsen & Vergleich.

Weitere Quellen

umrechner-euro.de, revolut.com

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich den Wechselkurs von Euro in Franken selbst?

Teilen Sie den Euro-Betrag durch den aktuellen EUR/CHF-Kurs. Beispiel: 100 Euro ÷ 0,97 = 103,09 CHF. Oder nutzen Sie den SIX (Börsenbetreiber Schweiz)-Währungsrechner.

Welche Bank bietet den besten Kurs für EUR/CHF?

Online-Dienste wie Wise und Revolut schneiden meist besser ab als Filialbanken. Die PostFinance bietet mit ihrem Währungsrechner eine gute Vergleichsbasis.

Kann ich mit einer Kreditkarte günstiger in der Schweiz bezahlen?

Ja – Kreditkarten rechnen meist zum Interbankenkurs ab, zuzüglich einer Fremdwährungsgebühr von 1–2 Prozent. Das kann günstiger sein als Bargeldtausch an der Kasse.

Wie oft ändert sich der EUR/CHF Kurs?

Der Kurs ändert sich während der Handelszeiten (Montag bis Freitag) sekündlich. Für praktische Zwecke reicht es, den Kurs einmal täglich zu prüfen – die tägliche Schwankung liegt meist unter 1 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen Devisenkurs und Notenkurs?

Der Devisenkurs gilt für bargeldlose Zahlungen (Überweisung, Karte), der Notenkurs für Bargeld. Der Notenkurs ist meist 1–3 Prozent schlechter, weil Banken Logistikkosten für Bargeld berechnen.

Sollte ich Geld vor einer Reise in die Schweiz umtauschen?

Nicht zwingend. In der Schweiz kann man an fast jedem Automaten mit Euro-Karte abheben. Der Automatenkurs ist oft besser als der Kurs der heimischen Wechselstube – aber achten Sie auf die Gebühren Ihrer Bank.

Wie viel kostet es, 500 Euro in Franken zu wechseln?

Bei einem Mid-Market-Kurs von 0,97 erhalten Sie 485 CHF. Mit Bank-Spread (ca. 2 %) bleiben etwa 475 CHF. Bei Wise wären es rund 483 CHF – ein Unterschied von 8 CHF.

Gibt es eine Obergrenze für den Wechselkurs?

Nein, der Wechselkurs ist frei. Die SNB hat seit 2015 keinen Mindestkurs mehr festgelegt. Der Kurs kann theoretisch bis auf Null fallen oder unbegrenzt steigen – beides ist aber extrem unwahrscheinlich.

Für Reisende und Online-Händler mit Euro-Kontakten ist die Entscheidung klar: Den Mid-Market-Kurs als Benchmark nutzen, Anbieter vergleichen und bei Beträgen ab 500 Euro den günstigsten Online-Dienst wählen – oder bewusst warten, bis der Kurs wieder über 1,00 CHF pro Euro steigt.